Steuerstand und Cockpit

 

Der Steuerstand in der Mitte des Cockpits ist durch abnehmbares Sprayhood und Biminitop optimal geschützt bei guter Aussicht nach vorne und auf die Segel. Von hier aus lassen sich über eine manuelle und eine Elektrowinsch sämtliche Leinen außer Traveller- und Spischoten ( diese von den beiden seitlichen Winschen im Cockpit) bedienen. Alle Leinen die schnell geholt werden müssen, wie Groß und Spifall, Reffleinen achtern, Rollreff und Genuaschoten laufen über die E- Winsch. Ein Gang zum Mast  ist nur zum Spi setzen nötig.

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Mittelschwert

 

Um gute Kreuzeigenschaften zu erzielen wurde von mir ein Mittelschwert entwickelt, wie es (meines Wissens) so noch nie auf einem Katamaran verwirklicht wurde.

Das Schwert ist verstagt auf einer Querachse unterhalb des Mastschotts drehbar gelagert, so dass es sich entlang der Schiffslängsachse vor und zurück bewegen sowie nach vorne ganz aus dem Wasser holen lässt. Darüber hinaus ist es entgegen der Fahrtrichtung wie ein Ruder nach beiden Seiten hydraulisch bis zu 10° anstellbar. Das Schwert wird über 3 Leinen bedient. Über Vor- und Achterholer wird es in seiner Position in Schiffslängsachse fixiert, der Aufholer hebt es bei Nichtgebrauch aus dem Wasser. Über zwei Handpumpen lässt sich hydraulisch die Anstellung einstellen. Die Konstruktion ist robust und hat sich bestens bewährt, über Grund sind nach GPS Wendewinkel von 90 Grad erzielbar, für einen Fahrtenkatamaran ein Traumwert. Die Vorteile dieses Schwertsystems sind bestechend: Nur ein Schwert, einfachere Bedienung, wesentlich weniger Gewicht Bei jeder Beseglung lässt sich ein ausgeglichener Trimm erzielen, selbst nur mit Genua, Fock oder Stumfock lässt sich kreuzen, indem das Schwert entsprechend nach vorn getrimmt wird. Die Anstellbarkeit lässt die Rümpfe gerade durchs Wasser fahren, was die Kreuzeigenschaften wesentlich verbessert. Da keine Reibung im Schwertkasten besteht, lässt sich das Schwert auch unter vollem seitlichen Druck bedienen. Keine Schwertkästen (Gewicht!) in den Rümpfen, keine Wirbel an den Schwertkästen bei auf geholtem Schwert. Kein Klappern oder Verklemmen der Schwerter, kein Bewuchsproblem. Bei Berührung mit Hindernissen kann das Schwert nach hinten wegklappen.

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Maschinenanlage und hydraulische Antriebe

Das Energiezentrum Shambalas ist ein unverwüstlicher VW Golf Diesel Motor (1600 ccm, 54 PS, 1999 generalüberholt) An ihn sind für den Antrieb zwei Mannesmann Rexroth Verstellpumpen angeflanscht, die elektromagnetisch über die Fahrhebel angesteuert werden. An jeder Rumpfinnenseite ist ein abklapp barer Mannesmann Rexroth Hydraulikmotor mit direkt aufgesetztem 2 flügeligem 18 x 12 Propeller angeordnet.

So läßt sich über die Fahrhebel stufenlos die Drehzahl der Propeller in Relation zur Drehzahl des Motors zwischen voll voraus - null – voll zurück variieren. Über Manometer kann man die Kraftentwicklung jeder Schraube einschätzen.

Die Antriebe werden mittels zweier Antal Travellerversteller mit einer Winschkurbel am Steuerstand auf und ab bewegt. Sie sind komplett aus Edelstahl V4A – 1.4571 gefertigt und somit unverwüstlich.

Die Hochdruckpumpe für den Wassermacher ist über eine elektromagnetische Kupplung mit dem Motor verbunden, kann bis etwa 2000 UpM mitlaufen und ist vom Steuerstand aus zuschaltbar.

Der Tauchkompressor kann nur bei Stillsand über eine Steckkupplung mit der Maschine verbunden werden. Er kann bis etwa 1600 UpM mitlaufen.

Die Vorteile des Antriebssystems:

In Segelstellung sind die Propeller unter dem Brückendeck – kein Widerstand, keine Beschädigungsmöglichkeit durch Treibgut oder Fischerleinen, kein Bewuchs, kein Antifouling, keine Abdichtprobleme, keine Wassereinbruchmöglichkeit bei Beschädigung, im Reparaturfall muss das Boot nicht aus dem Wasser.

Nur ein Motor, die halbe Wartung. (natürlich haben zwei Motoren einen Sicherheitsvorteil, doch hat zum einen jeder Einrumpfer auch nur eine Maschine, zum anderen gibt es keinen Grund warum ein Diesel bei vernünftiger Wartung plötzlich ausfallen sollte).

Bei einer herkömmlichen Anlage, sei es Saildrive oder Welle kann durch eine dickere Leine oder ein Fischernetz im Propeller, was zu einem abrupten Stopp führt,  insbesondere bei Vollgas das Getriebe, die Kupplung, die Wellenanlage oder die Faltpropeller zerstört werden. Das bedeutet erhebliche Reparaturkosten und längeren Aufenthalt an Land.  Beim Hydraulikantrieb spricht nur das Überdruckventil an, es besteht keinerlei Beschädigungsmöglichkeit.

Auf Shambala muss bei einer Leine in der Schraube (war ca. 10 mal in den vergangenen 10 Jahren und 30.000 sm der Fall) lediglich der Antrieb hochgekurbelt und der Propeller durch ein Schraubluk  im Cockpitboden frei geschnitten werden. Da muss keiner ev. bei Sturm und Seegang ins Wasser.

Durch die Stufenlose Übersetzung kann bei Teillast die Drehzahl erheblich reduziert werden. So werden 7 kn Marschfahrt bei Flaute schon mit 1500 UpM erreicht. Das bedeutet, dass auch alle Zusatzaggregate wie Wassermacher  und Tauchkompressor  bei Flautenbetrieb mitlaufen können.

So ist eine hocheffiziente Energienutzung gegeben, da zudem der Generator für die Bordbatterien 140 A liefert.

Das selbe gilt wenn man es bei wenig Wind eilig hat und die Geschwindigkeit erhöhen will. Wenn man bei 7 kn Wind 4 kn auf halbem Wind läuft, so kann man den Kat mit Motor und ca. 1300 UpM auf 8- 9 kn bei vorlichem Windeinfall bringen und so bei Schwell das Schlagen der Segel vermeiden.

Shambalas Maschine kann im Fahrbetrieb also immer mit  voll göffneter Drosselklappe(Vollgas),  d.h. mit optimaler Füllung der Zylinder  und somit  für die gewählte Drehzahl mit maximalem Drehmoment laufen. Die Drehzahl und somit die Leistung der Maschine wird  eingestellt indem über die Fahrhebel das Übersetzungsverhältniss der Maschine zu den Hydraulik - Motoren geändert wird. (Natürlichh kann man auch über die Fahrhebel das Übersetzungsverhältniss einstellen und über den Gashebel (Drosselklappe) die Geschwindigkeit regeln. Doch würde man so, wie bei jedem Bootssantrieb mit mechanischem Getriebe, die Maschine meist für die geforderte Leistung viel zu hoch drehen lassen, und somit überflüssigen Verbrauch, Verschleiß und Lärm produzieren.

Bei Manövern bedient man mit einer Hand den Gashebel, mit der anderen die beiden Fahrhebel. Wenn man beim Anlegen sehr feinfühlig arbeiten muss, stellt man mit dem Gashebel die Maschine auf 2500 UpM und arbeitet nur mit den Fahrhebeln.

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Dinghylift

Für das neue und schwerere Dinghy stand 2004 ein Ersatz der zu schwachen Davits an. Das Aufholen eines größeren Dinghys mit kräftigem Motor über 2 Taljen erfordert 2 Personen und kann schon recht mühsam sein. Anschließend muss es fürs segeln gut verzurrt und gegen schamfielen geschützt werden. So war bald die Idee geboren, es von unten aus dem Wasser zu heben. Bekannte Konstruktionen sind klobig und viel zu schwer und kamen nicht in Frage. So laminierte ich ein leichtes (7 kg) Gestell aus Surfmasten und entwickelte eine Leinenführung zur Elektrowinsch. Diese ist über einen Taster am Travellerschott zu bedienen. Man fährt das Dinghy über das Gestell, hält sich am Travellerschott mit beiden Händen fest, dirigiert mit  den Beinen das Dinghy in die richtige Position, drückt den Taster und fährt sich nach oben. Da das so schnell und einfach wie das festbinden des Dinghys funktioniert, wird der Lift auch zum Be- und Entladen immer benützt.